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Für mich ist der b-parasite der beste Bodenfeuchtesensor, den es gibt – und du kannst ihn nirgendwo kaufen. Kein Hersteller, kein Shop. Es gibt nur einen Bauplan, kostenlos auf GitHub. Ich habe mir zehn Stück fertigen lassen und zeige dir hier den kompletten Weg: vom Bauplan bis zum Blumentopf.

Was ist der b-parasite?
Der b-parasite ist ein offenes Hardwareprojekt: eine Platine, deren untere Hälfte als kapazitiver Bodenfeuchtesensor arbeitet. Dazu kommen ein Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit (SHTC3) und ein Fototransistor für die Helligkeit.
Das Herz ist ein nRF52840 von Nordic, verbaut im Funkmodul E73. Anders als die üblichen ESP-Controller hat er kein WLAN, dafür Bluetooth Low Energy – und ist damit extrem sparsam. Eine einzige CR2032-Knopfzelle reicht für viele Monate.
Die Firmware sendet nach dem Standard BTHome v2. Home Assistant versteht das ohne zusätzliche Integration.
Der Weg zum fertigen Sensor hat vier Schritte:
- Platine fertigen und bestücken lassen
- Firmware aufspielen
- Bluetooth-Gateway für Home Assistant einrichten (z. B. ein Shelly)
- Platine gegen Feuchtigkeit beschichten
Schritt 1: Platine bestellen – ohne KiCad-Kenntnisse
Ich kann kein KiCad, und bei einer Bestellmaske mit 30 Optionen – Kupferstärke, Lötstoppmaske, Oberflächenveredelung – weiß ich bei keiner, was ich wählen soll. Die gute Nachricht: Die Fertigungsdaten musst du nicht selbst erstellen, und fast alle Optionen bleiben auf der Voreinstellung. Unten steht Schritt für Schritt, was ich bestellt habe.
Korrektur (26.09.2026): Im Video empfehle ich das Shared Project auf PCBWay und sage, die Beteiligung gehe an den Autor. Das stimmt nicht: Raphael Baron, der Entwickler des b-parasite, hat mir geschrieben, dass das Listing nicht von ihm stammt – die Beteiligung landet also bei jemand anderem. Ich habe den Link deshalb entfernt. Ein eigenes Shared Project möchte Raphael nicht anlegen, deshalb legst du die Bestellung wie unten beschrieben selbst an. Die Provision, die ich über meinen PCBWay-Link dafür erhalte, spende ich auf Raphaels Wunsch an eine gemeinnützige Organisation.
Meine Empfehlung: Den Bestückungsservice (PCB+Assembly) gleich mitnehmen. Die SMD-Bauteile sind nur Millimeter groß – die lötet man nicht mal eben selbst, und du musst sie auch nicht einzeln kaufen.
So legst du die Bestellung an
1. Dateien holen. Ich habe dir alles, was PCBWay braucht, in ein Paket gepackt: b-parasite-2.0.0-pcbway.zip (80 KB). Darin sind:
gerber.zip– die Fertigungsdaten der Platine, so wie PCBWay sie haben willparasite.csv– die Stückliste (BOM)parasite-top-pos.csv– die Bestückungsdatei (Centroid/Pick-and-Place)
Die Dateien stammen unverändert aus dem kicad-Ordner von Raphael Baron (Hardware-Version 2.0.0) und stehen wie das Original unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Ich habe sie nur neu verpackt, weil GitHub keinen Download einzelner Ordner anbietet.
2. Platine anlegen. Über meinen PCBWay-Link anmelden und die gerber.zip aus dem entpackten Paket hochladen. Einzutragen sind nur Größe (22 × 126,4 mm) und Menge (z. B. 10, Platinen gibt es ab 5 Stück). Alles andere habe ich auf der Voreinstellung gelassen (2 Lagen, FR-4 TG150, 1,6 mm Dicke, 6/6 mil Leiterbahn/Abstand, 0,3 mm Bohrung, grüner Lötstopplack mit weißem Druck, HASL with lead, 1 oz Kupfer).
Zur Oberfläche: Mit HASL hatte ich das Problem am Batteriepad, das ich weiter unten beschreibe. Laut PCBWay vermeidet die Veredelung ENIG (Immersion Gold) das grundsätzlich. Der Platinenpreis steigt damit aber ungefähr aufs Doppelte – bei zehn Platinen von rund 18 auf rund 40 US-Dollar. Ich würde bei HASL bleiben und das Pad notfalls kurz anrauen.
3. Bestückung dazubuchen. Stückliste und Bestückungsdatei hochladen und diese Optionen wählen:
- Turnkey – PCBWay besorgt alle Bauteile selbst
- Assembly side: Top side
- Menge: dieselbe wie bei den Platinen. Bei mir standen anfangs 5 Platinen und 20 Bestückungen im Auftrag, das hat eine Rückfrage gekostet.
- alles andere (Funktionstest, Beschichtung, Firmware aufspielen …) auf „No“
4. Batteriehalter nicht vergessen. Der Halter für die Knopfzelle sitzt auf der Unterseite und hat in der Stückliste keine Teilenummer. Bei mir hat PCBWay ihn trotzdem mitbestückt, und zwar mit dem Typ, den auch Raphael empfiehlt. Damit das bei dir genauso klappt, schreib es in die Bestellnotiz:
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5. Angebot abwarten. Bestückungsaufträge prüft bei PCBWay ein Mensch. Nach ein paar Tagen kommt ein Angebot mit der aufgeschlüsselten Stückliste, eventuell mit Rückfragen. Danach bezahlst du im Warenkorb.
6. Freigabefotos prüfen. Vor dem endgültigen Verlöten schickt PCBWay Fotos der bestückten Platinen. Schau dir vor allem die Ausrichtung von D2 (LED) und Q4 (Fototransistor) an – PCBWay hatte genau diese beiden in meinen Fotos markiert. Beim Fototransistor gehört laut b-parasite-Wiki der Kollektor an den Punkt im Bestückungsdruck.
Was kostet das?
Bei zehn bestückten Platinen landest du inklusive Versand bei rund 20 US-Dollar pro Sensor. Etwa die Hälfte davon macht das Funkmodul E73 mit dem nRF52840 aus, es kostet allein etwa 10 US-Dollar.
Lieferzeit: Die reine Fertigung dauert nur wenige Tage. Mit Bestückung waren es bei mir inklusive Versand zwei bis drei Wochen.
Stolperstein: Keine Spannung am Batteriepad
Meine erste Knopfzelle rein – und nichts passierte. Keine LED, kein Bluetooth. Die Zelle hatte laut Multimeter volle Spannung, an der Platine kam aber kaum etwas an.
Der Blick seitlich in den Batteriehalter zeigte kleine Erhebungen auf dem großen Batteriepad. Sie reichen aus, damit die Knopfzelle nicht sauber aufliegt. Zusammen mit dem – sehr schnell reagierenden – PCBWay-Support war die Ursache klar: Rückstände aus dem Produktionsprozess.
Lösung: Das Pad einmal vorsichtig mit sehr feinem Schmirgelpapier anrauen. Danach funktioniert die Batterieversorgung.
Schritt 2: Firmware flashen mit einem ESP32
Der Autor stellt fertig kompilierte Firmware in den Releases bereit. Für die bestückte Hardware-Version 2.0.0 brauchst du:
blinky_nrf52840_2.0.0.hex– Test-Firmware, die LED blinktble_nrf52840_2.0.0.hex– die eigentliche Sensor-Firmware (BTHome)
Programmiert wird der nRF52840 über SWD. Die professionellen Programmer sind teuer – günstiger geht es mit dem Open-Source-Projekt ESP32_nRF52_SWD. Es verwandelt einen ESP32 in einen SWD-Flasher mit Weboberfläche. Geschrieben hat es übrigens derselbe Entwickler, von dem die OpenOBI-Firmware stammt.
Verkabelung laut Projekt:
| b-parasite (nRF52) | ESP32 |
|---|---|
| SWDCLK | GPIO 21 |
| SWDIO | GPIO 19 |
| GND | GND |
| VCC | 3V3 |
Zwei Regeln, bevor du loslegst:
- Nur eine Stromquelle: Entweder die Knopfzelle oder die 3,3 V vom ESP32 – niemals beides gleichzeitig.
- Erst löschen: Der Flasher löscht den Speicher nicht automatisch. Vor dem Aufspielen einmal Erase ausführen.
Ich flashe immer in zwei Schritten: Erst Blinky – blinkt die LED, sind Verkabelung und Kontakte in Ordnung. Danach die BLE-Firmware. Das spart Zeit bei der Fehlersuche.
Während des Uploads erscheinen ein weißes Fenster und eine Sanduhr – das ist normal. Fertig ist es, wenn die unscheinbare Meldung completed erscheint.
Tipp: HEX in BIN umwandeln
Den HEX-Upload akzeptiert der Flasher, er dauert aber mehrere Minuten. HEX-Dateien sind als Text kodiert und deutlich größer als die eigentlichen Daten. Als BIN (Offset 0) ist derselbe Inhalt in Sekunden geflasht – bei zehn Boards ein spürbarer Unterschied.
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Hat es geklappt? Anders als bei Blinky blinkt die BLE-Firmware nicht dauerhaft – sie soll ja Strom sparen. Nach einem Reset blinkt die LED zweimal, danach tauchen die Werte in Home Assistant auf.
Schritt 3: Einbindung in Home Assistant
Home Assistant braucht ein Bluetooth-Gateway, das BTHome-Pakete empfängt. Ich nutze dafür einen Shelly ab Generation 2:
- In Home Assistant das Shelly-Gerät öffnen und auf das Zahnrad klicken.
- Den Bluetooth-Scanner-Modus mindestens auf passiv stellen (aktiv geht auch) und bestätigen.
- Warten, bis der Sensor seinen nächsten Messzyklus sendet – oder den Taster auf der Platine kurz drücken.
Der b-parasite erscheint dann unter den entdeckten Geräten. Nach dem Hinzufügen liefert er diese Entitäten:
- Bodenfeuchtigkeit
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Beleuchtungsstärke
- Spannung und Batteriestand
Alle zehn Boards liefen bei mir auf Anhieb.
Gerät heißt „E73…“ statt „b-parasite“? Einige meiner Sensoren tauchten zunächst unter dem Namen des Funkmoduls auf. Das ist nur ein Anzeigeproblem, kein Funktionsproblem – alle Werte kommen an. Du kannst die Geräte selbst umbenennen, bei mir hat Home Assistant sie nach einer Weile ohnehin korrekt benannt.
Schritt 4: Beschichtung gegen Feuchtigkeit
Das Projekt-Wiki warnt ausdrücklich davor, die Platine unbeschichtet in die Erde zu stecken: Feuchtigkeit kann unter die Lötstoppmaske kriechen und Korrosion verursachen.
Ich besprühe deshalb die untere Hälfte mit einem Schutzlack auf Kunststoffbasis: Oberseite, 20 Minuten trocknen, umdrehen, Unterseite, wieder 20 Minuten. Eine einfache Maske aus Karton hält die obere Hälfte mit Elektronik und Batteriehalter frei.
Wer es geschlossener mag: Im Repository liegen auch 3D-druckbare Gehäuse. Ich finde die offenen Platinen schicker – Geschmackssache.
Praxistest: Was taugen die Messwerte?
Feuchte in Prozent ist kein Absolutwert
Die Prozentzahl ist nicht universell kalibriert. Klar ist nur: trocken an der Luft zeigt der Sensor 0 %, im Wasserglas 100 %. Alles dazwischen hängt von Erdart, Verdichtung, Sitz des Sensors und Verteilung der Feuchtigkeit ab.
Im Verlauf über mehrere Wochen sieht man trotzdem sehr schön, wie die Erde langsam austrocknet – und jedes Gießen als steilen Anstieg. Allein das Umstecken an eine andere Stelle im Topf änderte den Messwert bei mir um rund 10 Prozentpunkte.
Für Automationen heißt das: Nicht auf einen festen Wert wie „unter 20 % gießen“ setzen, sondern die Schwelle je Pflanze und Sensor individuell festlegen.
Batterielaufzeit: Hochrechnen funktioniert nicht
Der Autor nennt im Repository bis zu zwei Jahre Laufzeit. Einige meiner Sensoren laufen seit April und haben seitdem etwa 18 mV ihrer Startspannung verloren.
Linear hochgerechnet ergab das bei einem Sensor knapp 23 Jahre, beim anderen 0,8 Jahre. Beides ist Unsinn: Die Spannung einer CR2032 fällt nicht linear. Sie bleibt lange fast konstant und bricht erst am Ende steil ein. Je nachdem, wo auf dieser Kurve du misst, liefert die Hochrechnung völlig verschiedene Ergebnisse.
Sinnvoller ist ein Trigger in Home Assistant auf eine Mindestspannung, der dich rechtzeitig an den Batteriewechsel erinnert.
Funklücken
Der Sensor sendet alle 10 Minuten. In meinem Aufbau kam etwa jedes zehnte Paket nicht an, die größte Lücke im Log lag bei rund einer Stunde. Für einen Pflanzensensor ist das unkritisch – die Erde trocknet nicht in einer Stunde aus.
Fazit: Lohnt sich der Aufwand?
Wenn du nur wissen willst, ob deine Pflanze Durst hat: eher nicht. Dann ist ein fertiger Sensor stressfreier – zum Beispiel der Zigbee-Bodenfeuchtesensor aus meinem Praxistest.
Wenn dir aber wichtig ist, dass der Sensor
- mit einer Knopfzelle sehr lange durchhält,
- eine offene Firmware hat, die dir niemand abschalten kann,
- komplett lokal läuft – ohne Cloud, App oder Konto,
- und in Home Assistant einfach auftaucht,
dann ist der b-parasite für mich der beste Bodenfeuchtesensor, den du haben kannst. Du musst ihn dir nur bauen lassen.
Der Aufwand konkret:
| Schritt | Aufwand |
|---|---|
| Bestellen und warten | 2–3 Wochen, kaum Arbeit |
| Flashen | ca. 1–2 Stunden für zehn Geräte |
| Beschichten | ca. 30 Minuten für die ganze Charge |
Gewinnspiel: 3 b-parasite-Sensoren
Ich verlose drei Sensoren aus dieser Charge. So nimmst du teil: das Video auf YouTube liken, den Kanal abonnieren und unter dem angepinnten Kommentar schreiben, warum gerade du einen Sensor gewinnen möchtest.
Links
- b-parasite auf GitHub (Repository, Wiki, Releases, Gehäuse)
- ESP32_nRF52_SWD – SWD-Flasher für nRF52
- BTHome-Integration in Home Assistant
Werbung: Über meinen PCBWay-Link erhalte ich eine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten. PCBWay hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels.
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― Joachim
